Beitragsunterschiede bei Versicherungen

Bildquelle: Konstantin Gastmann_pixelio.de

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Jedes zum Straßenverkehr zugelassene Fahrzeug benötigt zumindest eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Auf Wunsch kann zusätzlich noch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden. Die Höhe der Versicherungsprämien hängt in allen drei Versicherungssparten von verschiedenen Kriterien – den sogenannten Tarifierungsmerkmalen – ab. Bis zum Jahr 2012 gehörte auch das Geschlecht des Versicherungsnehmers sowie aller Fahrer zu den prämienrelevanten Kriterien. Mittlerweile werden nur noch Unisex Tarife angeboten, sodass das Geschlecht für die Prämienhöhe keine Rolle mehr spielt.

 

Warum war das Geschlecht für die Höhe der Versicherungsprämie relevant?

In alten Tarifen spielte das Geschlecht des Versicherungsnehmers sowie das Geschlecht aller Fahrer für die Beitragshöhe in der Autoversicherung eine Rolle. Für männliche Versicherungsnehmer und Fahrer waren die Versicherungsbeiträge höher als für weibliche Personen. Begründet wurde die Prämienstaffelung aufgrund des Geschlechts mit Unfall- und Schadensstatistiken, die belegen, dass weibliche Fahrer eindeutig weniger Schäden verursachen als männliche. Somit wurde das Risiko, männliche Personen zu versichern, von den Autoversicherern höher eingeschätzt als die Versicherung weiblicher Personen. Dies führte allgemein zu einer höheren Versicherungsprämie für Männer.

 

Gleichbehandlung der Geschlechter

Nach einem Gerichtsurteil des europäischen Gerichtshofs dürfen seit 2012 Versicherungsverträge keine Beitragsunterschiede zwischen Männern und Frauen mehr ausweisen. Ungeachtet aller Statistiken, die ein höheres Risiko bei der Versicherung von Männern in der Autoversicherung belegen, müssen die Versicherungsbeiträge für Männer und Frauen seitdem gleich sein. Diese Gleichstellung der Geschlechter wird durch die neuen Unisex Tarife in der Autoversicherung gewährleistet. Das Prinzip der Unisex Tarife gilt spartenübergreifend für alle Versicherungsarten und somit auch für die Autoversicherung. Demzufolge ist das Geschlecht auch bei der Berechnung einer günstigen Autoversicherung nicht prämienrelevant.

 

In Bestandsverträgen kann das Geschlecht noch prämienrelevant sein

Die Verpflichtung zur Bereitstellung von Unisex Tarifen, in denen das Geschlecht keine Rolle für die Höhe des Versicherungsbeitrags spielt, gilt nur für neue Versicherungstarife ab 2012. Das bedeutet, in bestehenden Autoversicherungsverträgen mit älteren Tarifen wird in der Regel das Geschlecht von Versicherungsnehmer und Fahrer noch prämienrelevant sein. Daher kann es durchaus lohnend sein, bei einem bestehenden Altvertrag eine Tarifumstellung berechnen zu lassen. Tarifumstellungen sind bei laufenden Verträgen jederzeit möglich, werden jedoch nicht automatisch vom Versicherer durchgeführt. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Versicherungsbeitrag durch eine Tarifumstellung nicht automatisch günstiger wird. Dennoch sollten sich Versicherungsnehmer mit alten Verträgen nach einer möglichen Tarifumstellung bei ihrer Versicherungsgesellschaft erkundigen.

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